«Haben kameradschaftliches Verhältnis»
Seit dem 1. Juli präsidiert Alfonso Ventrone den Kirchenrat der katholischen Kirche Hergiswil. Die früheren Querelen seien Geschichte.
Interview in der Nidwaldner Zeitung vom 7. Dezember 2024: Matthias Piazza
Der Haussegen zwischen Kirchenrat und Pfarrer hing schief. Auch innerhalb des Kirchenrates brodelte es. Im Frühling schaffte der ehemalige Kirchenratspräsident Daniel Sarbach die Wiederwahl als Kirchenratsmitglied und die Wahl als Vizepräsident nicht. Im fünfköpfigen Gremium sind ausser dem jetzigen Vizepräsidenten Luca Bee und Pfarrer Stephan Schonhardt, der von Amtes wegen im Kirchenrat Einsitz hat, die anderen drei Mitglieder erst seit 1. Juli dabei. So auch Alfonso Ventrone (64), der als einziger Kandidat auch gleich zum Präsidenten gewählt wurde. Er ist politisch kein Unbekannter. Von 1998 bis 2012 amtete er im Hergiswiler Schulrat, davon sechs Jahre als dessen Präsident. Bei den ersten Wahlen in die Einheitsgemeinde 2012 wurde er als Gemeindevizepräsident gewählt. Bis 2018 war der Mitte-Politiker Gemeinderat.
Wie fällt aus Ihrer Sicht die Bilanz nach dem ersten halben Jahr aus?
Alfonso Ventrone:
Sehr positiv. Die Zusammenarbeit untereinander hat sich gut eingespielt. Wir haben ein kameradschaftliches Verhältnis. Die vergangenen Anlässe gingen erfolgreich über die Bühne. So wurde die erstmals durchgeführte Sprechstunde, an denen sich die Pfarreimitglieder mit einem Kirchenratsmitglied austauschen können, positiv aufgenommen. Auch der Stand am Dorfadvent vom vergangenen Wochenende stiess auf grossen Anklang in der Bevölkerung und brachte uns unserem Ziel, noch näher an der Bevölkerung zu sein, einen grossen Schritt weiter.
Wie empfinden Sie im Speziellen die Zusammenarbeit zwischen Kirchenrat und Pfarrer? Dieses war ja in der alten Zusammensetzung des Kirchenrates von Spannungen geprägt.
Als sehr harmonisch. Wir können konstruktiv miteinander diskutieren und erzielen fast immer eine Einigkeit.
Wie gelang Ihnen diese Kehrtwende?
In erster Linie mit Vertrauen, das mit der Zeit entstand. Zum Beispiel auch mit der gemeinsamen Klausur, die wir am 17. und 18. Oktober durchführten. Und beim gemeinsamen Bier lernte man sich auf einer persönlicheren Ebene besser kennen.
Mit welchen Anliegen aus der Bevölkerung wurden Sie konfrontiert?
Mit ganz verschiedenen. Einige kritisierten, dass am Kirchenkaffee Alkohol ausgeschenkt wird, andere fanden, die neue Kirchentreppe sei zu hell, und man sehe die Stufen nicht richtig. Weitere finden die Bepflanzung zu spärlich. Zudem wurde auch kritisiert, dass am Dorfadvent noch kein Christbaum und keine Krippe in der Kirche waren. Ab und zu gibt es aber auch ein Kompliment.
Als eines Ihrer Anliegen erwähnten Sie kurz nach Ihrer Wahl, das Geistliche vom Weltlichen zu trennen. Konnten Sie diesen Grundsatz umsetzen?
Ja. Der Kirchenrat kümmert sich um die weltliche Angelegenheit und redet dem Pfarrer in seiner liturgischen Arbeit nicht rein.
In diesem Zusammenhang wollten Sie zur Diskussion stellen, ob es richtig ist, dass der Pfarrer, der von Amtes wegen dem Kirchenrat angehört, auch ein Stimmrecht hat.
Wie weit sind Sie in dieser Diskussion?
Das steht für meine Ratskollegen und mich gar nicht mehr im Vordergrund. In 99 Prozent der Fälle herrschte seit den Neuwahlen bei den Abstimmungen Einigkeit zwischen Kirchenrat und Pfarrer. Zudem ist dies eine kantonale Vorgabe.